praktisch unveränderte Lage

Es hat sich nicht viel geändert.
Noch immer sind diese Schmerzen da und sie wollen nicht verschwinden.
Da laut Neurologen zum Glück keine Anzeichen für einen Hirntumor da sind, fange ich an, an mir selbst zu zweifeln - Vielleicht bilde ich mir die Kopfschmerzen ja nur ein…

Und dieser ständige Schmerzmittelkonsum ist nicht das Wahre. Nebenwirkungen scheine ich noch keine zu haben, doch wer weiss, was das für langfristige Folgen haben kann?

Diese Nacht bin ich sehr lange wach im Bett gelegen, dabei war ich so wahnsinnig müde.
Tabletten geschluckt, gewartet und gewartet… Die Schläfen eingerieben und nasskalte Tücher aufgelegt.
Hat alles nicht wirklich geholfen, leider.

Gegen 4 Uhr früh scheine ich eingeschlafen zu sein.
Nur kurze Zeit später klingelte das Telefon - Wer ruft schon am Sonntag am Morgen um 9 Uhr an?
Es ist ja wirklich nett, wenn man sich nach meinem Befinden erkundigt, jedoch brauch ich auch etwas Schlaf. Da helfen auch Aussagen wie “Oh ich habe dich geweckt, entschuldige. Soll ich später nochmals anrufen?” nicht wirklich. Ist sicherlich gut gemeint gewesen, aber wenn ich wach bin, bin ich wach und finde den Schlaf so schnell nicht wieder.

Aber wenigstens macht mir das Wetter nicht zu schaffen - Ich mag es neuerdings sehr, wenn es kalt ist und regnet. Und möglichst dunkle Wolken sind auch toll - Viel weniger anstrengend als eine helle Sonne.
Aber da bin ich wohl die Einzige mit dieser Ansicht.

Und nun steht mir ein weiterer Tag mit Doping bevor.
Nächste Woche kann ich wahrscheinlich wieder zum Neurologen, mal schauen ob er etwas herausgefunden hat.

Ah, nun weiss ich, wieso ich Kopfschmerzen habe…

Ah, nun weiss ich, wieso ich Kopfschmerzen habe…

Kopfschmerzen

Seit rund zwei Wochen leide ich an Kopfschmerzen.
Manchmal ist es “bloss” ein lokaler Druck, sehr oft schmerzt mir mein ganzer Kopf, insbesondere in der Region des rechten Frontallappen, so stark, dass ich kaum noch stehen, geschweige denn andere Aktivitäten machen kann.

In der ersten Woche machte ich mir nicht wahnsinnig grosse Sorgen, da ich schon mit Kopfschmerzen gross geworden bin und sehr anfällig für alle Arten von Kopfschmerzen bin. Durch das hab ich ein grosses, privates Lager an Schmerzmitteln, konnte mich selbst einigermassen gut behandeln und trotzdem dem „normalen“ Tagesablauf nachgehen und sogar einigen Einladungen folgen.

Nach einer Woche mit Schmerzen, Schläfrigkeit, Schwindel, Konzentrationsstörungen und gelegentlicher Übelkeit war es mir doch genug und ich kontaktierte am Freitag meine Hausärztin.

Auch sie fand die weiterhin andauernden Schmerzen nicht normal und untersuchte in der Sprechstunde allerlei Reflexe - Keine Auffälligkeiten.
Sie vermutete (wie ich auch), dass es eine besonders starke und lang anhaltende Migräne war oder es von chronischen Verspannungen in meinem Nacken kommt.

Sie verschrieb mir ein muskelrelaxierendes Medikament und ein neues Schmerzmittel, da sich mein Körper an Dafalgan und Ponstan gewöhnt haben könnte.
Das muskelrelaxierende Medikament sollte die Verspannungen in meinem Nacken lösen und somit auch meine Schmerzen beseitigen, falls sie von da her kommen.

Abschliessend meinte meine Ärztin, dass ich mich über das Wochenende weg entspannen sollte, Sie mich gerne am Montag wieder sehen würde und falls die Schmerzen anhalten oder gar schlimmer werden sollten, ich mich notfallmässig in ein Krankenhaus begeben sollte.

Und so lag ich den restlichen Freitag im Dunkeln und versuchte den Schmerz zu verdrängen. Leider klappte dies nicht wie gewünscht.

Am 1.August schonte ich mich bis am Abend und ging wie geplant an eine kleine Feier. Ich war die einzige, die mit einer Strickjacke bei den doch mehr als sommerlichen Temperaturen auf der Bank sass. Nach rund einer Stunde war es mir zu laut und hell draussen und ich ging wieder nach Hause.

In der Nacht auf den Montag war der Schmerz nicht ertragbar, mir war schwindlig und übel. So fuhr man mit mir ins Spital.
Kurz nach der Anmeldung durfte ich mich immerhin hinlegen in einem Bett der Notfallstation
Nach insgesamt über einer Stunde Wartezeit in grellem Licht kam die Notfallärztin zu mir und fragte mich nach meinen Beschwerden.

Fieber hatte ich keins, der Blutdruck war in Ordnung.
Wiederum testete man meine Reflexe, liess mich mit geschlossenen Augen einige Schritte gehen oder auf einem Bein stehen – Wieder keine Auffälligkeiten.
Nochmals ein Schmerzmittel in der Kombination mit Dafalgan.

Morgens um drei Uhr wurden die Schmerzen etwas weniger und fragte man mich dann, ob ich eine stationäre Aufnahme wünsche oder doch lieber mit dem Schmerzmittel nach Hause gehen möchte. Für ein Notfall-CT sähe man keinen Grund.
Da ich den Duft vom Krankenhaus – ja den gibt’s tatsächlich – generell unausstehlich finde, entschied ich mich für die zweite Variante und hoffte, vielleicht daheim noch ein oder zwei Stunden Schlaf zu erwischen.

Ich begab mich am darauf folgenden Morgen wiederum zu meiner Hausärztin, die den Bericht vom Krankenhaus zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht hatte. So war Sie auf meine Schilderungen angewiesen – Ganz toll für meinen Kopf, der unter der Belastung der Erinnerung noch mehr schmerzte.

Da ich keine Besserung durch das muskelrelaxierende Medikament verspürt hatte, schickte Sie mich zum MRI ins Röntgeninstitut in Baden.

Auch die scheinen eine Sommerflaute zu haben, da ich den Termin bereits eine Stunde nach dem Anruf meiner Hausärztin hatte.

Zuerst war ich ungefähr 15 Minuten in der Röhre, dann sollte mir ein Kontrastmittel gespritzt werden. Als erstes erwischte man eine Rollvene – höllische Schmerzen waren die Reaktion des Einstiches. Dann suchte man am anderen Arm nach einer Vene, leider ohne Erfolg.
Zurück zum ersten Arm, wo man dann mit Müh und Not eine zweite Vene gefunden hat, die sich dann glücklicherweise auch für die Injektion des Kontrastmittels eignete. Während des ganze Prozesses durfte ich mich nicht bewegen, da im Anschluss nochmals 15 Minuten im MRI bevorstanden.

Nach der Beendung der Prozedur flüchtete ich regelrecht.

Die Aufnahmen vom Kopf sind mittlerweile beim Neurologen eingetroffen und ich warte auf einen Bescheid oder wenigstens eine Vermutung.

Die Schmerzen und der Druck im innern des Kopfes sind noch immer da. Mittlerweile habe ich mich aber wohl daran gewöhn und ich bin wieder fähig, einigermassen erfolgreich meine Arbeit auszuführen.

Wieso ich trotz ärztlichem Zeugnis arbeite? Ich werde wahnsinnig zu Hause. Ich kann mich nicht beschäftigen oder vom Schmerz ablenken. Da ist es schon sinnvoller, wenn ich arbeite.
Der Schmerz ist dann wenigstens teilweise etwas schwächer.

Nach Feierabend werde ich mich wieder ins Bett legen, Medikamente nehmen und hoffen, dass ich mehr als nur ein paar Stündchen schlafen kann. Vielleicht sogar 12h an Stück – Müde genug wäre ich.